Reportage: Im Spiellokal Reiz, Kick und süchtig nach Glück
Freitag, 2. April 2010 9:23
Der Besuch im Casino gilt für viele Menschen als spannende Ausnahme vom Alltag. Doch Glücksspiel hat auch ein anderes Gesicht. Dann nämlich, wenn die Jagd nach Glück zur Sucht wird.
Reportage auf www.wienweb.at zum Thema, Interview mit Peter Berger, Präsident des Vereins Spielsuchthilfe, und ein Interview von mir.
Thema: Persönliches | Kommentare (0) | Autor: Thomas
… werd ich wohl lang nicht mehr los. 2-3 mal im Jahr bekomme ich aus Kanada, USA und anderen weit entfernten Ländern per Post Casino Software und Gratis xxx $ Gutschriften zugeschickt. Das hat man davon, wenn man bei Internet Casinos sein Geld verzockte. Möchte nicht wissen, in wievielen Datenbanken ich da drüben drinstehe. Ach ja, ein besonderes Highlight dieser Art waren die
Inzwischen bin ich ja schon einigermaßen gefestigt in Sachen weg von der Droge (hoffe ich), aber in letzter Zeit hatte ich wieder viele Denkanstöße zum Thema. Grund dafür ist sicherlich die massive Verbreitung der Wett- und Spielcafes, die mir in den letzten Wochen dauernd ins Auge stechen. Seitdem ich wieder in Wien arbeite, bin ich ständig damit konfrontiert. Am meisten nervt mich die Spielhalle mit ihrem dicken “interactive Games” Geblinke, die ich direkt von meinem Bürofenster aus sehen kann, kein Tag vergeht ohne das der Blick oder die Gedanken daran hängen bleiben. Ich glaube aber, dass es auch etwas Gutes hat, schließlich war das mit ein Grund, dieses Projekt hier wiederaufleben zu lassen und von der Verdrängung auf die Verarbeitung zu schalten
In Kürze startet die Fußball-EM in Portugal und die Wettbüros werben wie wild um neue Kunden. BetAndWin schaltet Werbespots im Fernsehen, und ich habe heute 3! Briefe bekommen von verschiedenen Wettanbietern mit diversen Aktionen wie 10 Euro gratis usw. In welcher Datenbank bin ich da wohl wieder gelandet?
Aus dienstlichen Gründen bin ich gerade in München unterwegs, eingecheckt in einem Hotel nahe dem Hauptbahnhof. Am Abend eine kleine Runde gedreht, hab ich nicht schlecht geschaut. Rund um den Hauptbahnhof findet man abwechselnd Spielbuden und ein paar Etablisments der Roten-Laterne-Fraktion. In dieser Konzentration hab ich das noch nie gesehen, und bin schon in einigen Städten unterwegs gewesen. Vielleicht ist es ja in Hamburg noch schlimmer, aber das fehlt noch in meiner Liste.
Da öffne ich den Postkasten, auf einmal sehe ich eine englische Weihnachts-Glückwunschkarte. Hat mir etwa Martin aus Kanada eine geschickt? Nein, leider nicht, aber das nette Online-Casino, wo ich vor 3 Jahren ein paar tausend Euros hineingebuttert habe, wünscht mir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Danke das ist ja sehr aufmerksam, sowas nennt man Kundenbindung. Aber von mir bekommt ihr keinen müden Cent mehr.
Mir als Internet-Worker und Freak fällt es manchmal schwer, den Einladungen zu widerstehen. Überhaupt jetzt, weil ich mich wieder intensiver mit dem Thema auseinandersetzte durch meine aktive Bloggerei. Kaum überprüft man wieder mal den Spam-Ordner in Outook (es könnte ja was Wichtiges hängengeblieben sein), springen einen schon die Einladungen ins Auge (siehe Bild). No way, ich gehe schlafen.