Jugendliche werden schneller von Glücksspiel abhängig

Laut einer Psychologin übt Spielen auf Jugendliche eine ähnlich euphorisierende Wirkung wie Kokain-Konsum aus. Spieleautomaten schätzen Betroffene als am gefährlichsten ein, das Roulette folgt an zweiter Stelle.

Jugendliche werden laut Psychologin Izabela Horodecki schneller abhängig von Glücksspielen als Erwachsene und kommen schwerer davon los. “Spielsucht ist gerade für Jugendliche mit vielen Gefahren verbunden”, erklärte die Vizepräsidentin des Vereins “Spielsuchthilfe” am Dienstag gegenüber der APA. “Ihre Entwicklung stagniert, viele normalerweise in diesem Alter gemachte Erfahrungen finden nicht statt.” Notwendig wären vor allem verstärkte Überprüfungen in Automaten-Lokalen im Hinblick auf den Jugendschutz. “Leider sind die Kontrollmöglichkeiten nicht so, wie man sich das wünschen würde”, kritisierte Horodecki. Weiterlesen bei kleinezeitung.at

In Wien dürften laut internationalen Schätzungen etwa 1,5 Prozent der über 15-Jährigen pathologische Spieler sein, so die Psychologin. “Mehr als 40 Prozent unserer Patienten haben bereits als Jugendliche zu spielen begonnen.” Ihnen falle das Aufhören besonders schwer. Bei einer persönlich krisenhafte Ausgangslage seien Teenager aufgrund der euphorisierenden Wirkung des Spiels noch anfälliger: “Die Stimmung wird positiv”, erklärte Horodecki. “Es ist eine ähnliche Wirkung wie bei Kokain.”

“So einfach geht das”

Das Hineingeraten in die Spielsucht sei bei Minderjährigen meist Zufall: “Für Jugendliche mit sehr kleinem Taschengeld sind bereits ein paar hundert Euro sehr viel”, so Horodecki. “Wenn ein Jugendlicher zufällig gewinnt, werden bereits geringe Beträge von ihm als sehr hoch angesehen. Der erste Gedanke ist dann ‘So einfach ist das’.” Danach folgen Pläne, ein Profi-Spieler zu werden, Widersprüche zu Schulden oder zur Vernachlässigung der Ausbildung werden nicht wahrgenommen: “Sie sehen das Spielen praktisch wie einen Beruf an.”

Neben der Euphorie empfinden die Jugendlichen außerdem eine Steigerung ihres Selbstwerts. “Die Welt wird auf einfache Regeln eingeschränkt, die leicht beherrschbar sind”, so die Psychologin über diese Folge. Fehlende Lebenserfahrung und generelle Unsicherheit machen Automatenlokale ebenfalls zur Stolperfalle für Minderjährige. Auch von erwachsenen Spielsüchtigen wird die Benützung der Apparate als besonders gefährlich angesehen. Laut Daten der Spielsuchthilfe aus dem Jahr 2008 beurteilten 82,6 Prozent Automaten als problembehaftet. Auf Platz zwei landete mit 17,2 Prozent weit abgeschlagen das Roulette.

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Datum: Donnerstag, 18. Februar 2010 10:54
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Ein Kommentar

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    Jede Sucht beginnt mal mit dem ersten Konsum.
    Keiner wird wohl bewußt das erste Glas trinken oder das erste Spiel machen, um sich in die Abhängigkeit zu begeben.
    Da es sich bei Suchtkrankheiten um einen einschleichenden Prozess handelt, ist es ja so gefährlich und gerade Jugendliche haben nicht den Weitblick, um ihr Handeln zu durchschauen.

    Karsten

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